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Altarsegnung mit Militärbischof Werner in Wiener Augustinerkirche und Symposium "Leben und Wirken Kaiser Karl I" am 1. April 2005
Militärbischof Christian Werner segnet am Freitag, dem 1. April 2005, um 17:00 Uhr in der Wiener Augustinerkirche den Kaiser-Karl-Altar. An dem Pontifikalamt anlässlich des 83. Todestages des jüngsten österreichischen Seligen - Kaiser Karl wurde am 3. Oktober 2004 von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen - werden als Vertreter der Familie Habsburg auch der Sohn Kaiser Karls, Rudolf von Habsburg, und Lorenz von Habsburg teilnehmen. Bei der Segnung des Kaiser-Karl-Altars wird eine Reliquie aus der Rippe des Seligen feierlich in einem Reliquiar ausgestellt und das neugeschaffene Bild des letzten österreichischen Kaisers, das ihn als Friedensstifter zeigt, gesegnet. Aus Anlass der Segnung wurde ein Seitenaltar in der Augustinerkirche, die durch viele Jahrhunderte als kaiserliche Hofkirche diente, renoviert.
Im Anschluss laden die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) und der Akademische Bund Katholisch österreichischer Landsmannschaften (KÖL) zum Symposium „Leben und Wirken Kaiser Karls I.“ in den Augustinussaal des Augustinerklosters, wo Rudolf von Habsburg über seinen Vater in der Erinnerung der Kinder und Zeitzeugen spricht. Weitere Referenten sind die Historikerin und Kaiser-Karl-Biographin, Univ.Prof. Elisabeth Kovacs, zum Thema „Historiographie und Antipropaganda“ und Kaplan Franz Xaver Brandmayr, Geistlicher Assistent der Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Völkerfrieden, zum Thema „Karl aus dem Hause Österreich - ein eucharistischer Seliger“.
Gedenken an Österreichs jüngsten Seligen Kaiser Karl I.
Freitag, 1. April 2005
Segnung des Kaiser-Karl-Altares
17.00 Uhr, Augustinerkirche, Wien 1, Josefsplatz
Symposium "Leben und Wirken Kaiser Karl I"
18:30 Uhr, Augustinussaal, Wien 1, Augustinerstraße 3
Kaiser Karl – auch ein Politiker kann ein heiligmäßiges Leben führen
Karl aus dem Hause Österreich wurde am 17. August 1887 auf Schloss Persenbeug in Niederösterreich geboren. Seine Eltern waren Erzherzog Otto und Prinzessin Maria Josepha von Sachsen. Kaiser Franz Joseph I. war Karls Großonkel.
Karl wurde bewusst katholisch erzogen und von Kindheit an durch eine Gruppe von Menschen im Gebet begleitet, da eine stigmatisierte Klosterfrau große Leiden und Angriffe gegen ihn prophezeit hatte. Daraus entstand nach dem Tod Karls die Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Frieden der Völker - seit 1963 als Gebets-Gemeinschaft kirchlich anerkannt. Schon früh wuchs in Karl eine große Liebe zur heiligsten Eucharistie und zum Herzen Jesu. Alle wichtigen Entscheidungen suchte er im Gebet.
Am 21. Oktober 1911 heiratete er Prinzessin Zita von Bourbon-Parma. In den zehn Jahren ihrer glücklichen und vorbildhaften Ehe wurden dem Paar acht Kinder geschenkt.
Am 28. Juni 1914 wurde Karl infolge der Ermordung des Erzherzog Thronfolgers Franz Ferdinand durch einen Attentäter zum Thronfolger Österreich-Ungarns.
Mitten im Ersten Weltkrieg machte der Tod Kaiser Franz Josephs Karl am 21. November 1916 zum Kaiser von Österreich. Am 30. Dezember 1916 wurde er zum Apostolischen König von Ungarn gekrönt.
Auch diese Aufgabe sah Karl als Weg der Nachfolge Christi: in der Liebe zu seinen Völkern, in der Sorge um sie und in der Hingabe des Lebens für sie. Die heiligste Pflicht eines Königs – für den Frieden zu sorgen – stellte Karl in den Mittelpunkt seiner Bemühungen während des furchtbaren Krieges. Als einziger aller Verantwortlichen unterstützte er die Friedensbemühungen Papst Benedikt XV. Im Inneren bot er in schwierigster Zeit die Hand zu einer umfangreichen und beispielgebenden Sozialgesetzgebung im Sinne der christlichen Soziallehre.
Seine Haltung ermöglichte einen Übergang in die Nachkriegsordnung ohne Bürgerkrieg. Dennoch wurde er aus seiner Heimat verbannt. Auf Wunsch des Papstes, der eine kommunistische Herrschaft in Mitteleuropa befürchtete, versuchte Karl, seine Regierungsverantwortung in Ungarn wieder herzustellen. Zwei Versuche scheiterten, da er unbedingt einen Bürgerkrieg vermeiden wollte.
Karl wurde nach Madeira ins Exil geschickt. Da er seine Aufgabe als einen Auftrag Gottes sah, konnte er sein Amt nicht zurücklegen. Er lebte mit seiner Familie verarmt in einem feuchten Haus. Dort zog sich Karl eine tödliche Erkrankung zu, die er als Opfer für Frieden und Einheit seiner Völker annahm und starb am 1. April 1922. Motto seines Lebens war, wie er noch am Sterbebett sagte: „Mein ganzes Bestreben ist immer, in allen Dingen den Willen Gottes möglichst klar zu erkennen und zu befolgen, und zwar auf das Vollkommenste.“
Das Beispiel Kaiser Karls beweist, dass man selbst im Bereich des Politischen – in dem sich wohl niemand von Schuld und Verfangenheit völlig frei zu halten vermag - ein heiligmäßiges Leben führen kann.
Kaiser Karl wurde am 3. Oktober 2004 von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen. Sein Gedenktag ist der 21. Oktober.
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