Am Samstag, dem 12. Jänner 2008, wurde im Wiener Stephansdom das Requiem für den Sohn des seligen Karl I., und seiner Ehefrau, Kaiserin Zita gefeiert. Neben Otto von Habsburg nahmen an dem Begräbnis auch die beiden anderen noch lebenden Brüder Carl Ludwigs, Felix (91) und Rudolf (88) von Habsburg, teil. Anschließend wurde die sterbliche Hülle in der Kapuzinergruft, der traditionellen Grablege der Familie, beigesetzt.
Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, erinnerte in seiner Predigt an den Lebenslauf des Verstorbenen, der eng mit der politischen Geschichte Europas im 20. Jahrhundert verbunden ist. Carl Ludwig wurde am 10. März 1918 in Wien geboren. Kurze Zeit später musste er mit seinen Eltern und Geschwistern ins Exil gehen, zuerst in die Schweiz, später auf die Insel Madeira, ab 1921 nach Spanien und Anfang der 30er-Jahre nach Belgien. Dort studierte er wie sein älterer Bruder Otto an der Katholischen Universität von Louvain (Löwen). Nach der deutschen Invasion 1940 flüchtete die Familie nach Nordamerika. In Quebec schloss Carl Ludwig von Habsburg seine Studien an der Universität von Laval ab und promovierte zum Doktor der Rechte und der Politik- und Gesellschaftswissenschaften.
1943 trat Carl Ludwig von Habsburg-Lothringen in die US-Armee ein. Als US-Offizier nahm Carl Ludwig von Habsburg 1944 an der Landung der Alliierten in der Normandie teil. Nach dem Militärdienst begann er in den USA seine Berufslaufbahn als Bankier und Unternehmer. 1950 heiratete der Erzherzog Prinzessin Yolande de Ligne. Der Ehe entstammen vier Kinder. 1958 kehrte er mit seiner Familie nach Europa zurück. In Brüssel nahm er seine Arbeit für die "Societe Generale de Belgique" auf, für die vor allem in Kanada führend tätig war.
Danach gestrebt, etwas zu leisten
Nuntius Fahrhat würdigte, dass Carl Ludwig von Habsburg in den vielen Stationen und Bereichen seines Lebens immer wieder Verantwortung übernommen und sich für seine Familie, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft engagiert habe. Er habe sich nicht allein auf die "hohe Würde seiner Geburt" verlassen, sondern danach gestrebt, etwas zu leisten. Er habe sich als gläubiger Katholik verstanden und habe seinen Glauben sehr pflichtbewusst und engagiert gelebt; und er dürfe darauf vertrauen, dass er im Tod besonders mit seinem Vater, dem seligen Kaiser Karl I., wieder vereint ist.
KAP/red
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