Kaiser Karl Gebetsliga

       für den Völkerfrieden

Heiligsprechung für Kaiser Karl I.: Der Akt liegt nun in Rom

(Washington-Vatikanstadt)  Im Heiligsprechungsverfahren für den letzten österreichischen Kaiser Karl I. (als ungarischer König Karl IV.) ist auf diözesaner Ebene in Florida die Prüfung eines Wunders abgeschlossen worden; der Akt liegt nun zur Überprüfung und Entscheidung in der vatikanischen Heiligsprechungskongregation. Das teilte der geistliche Assistent der "Kaiser Karl-Gebetsliga für den Völkerfrieden", Franz Xaver Brandmayr, im Juli im Gespräch mit "Kathpress" mit. Wie lange das Verfahren im Vatikan dauern wird, lasse sich nicht abschätzen, hob Brandmayr hervor.

 

Bei dem jetzigen Verfahren auf Diözesanebene wurde in der US-Diözese Orlando in Florida der Fall einer unheilbar an Krebs erkrankten Frau untersucht, die nach Anrufung des seligen Karl auf wunderbare Weise geheilt wurde. Brandmayr bestätigte, dass von Seiten der prüfenden Kommission in Orlando die Heilung als Wunder auf Fürsprache des selig gesprochenen Monarchen anerkannt wurde.

Krebskranke von Ärzten bereits aufgegeben
"Florida Catholic", die Kirchenzeitung der Diözese Orlando, hatte bereits im Februar dieses Jahres ausführlich über das Verfahren berichtet. In der 60.000-Einwohner-Stadt Kissimmee südlich von Orlando war eine Frau Mitte 50 wegen ihrer Krebserkrankung, die bereits mehrere Organe befallen hatte, von den Ärzten schon aufgegeben worden. Die Frau, die der baptistischen Kirche angehört, hörte durch Zufall vom seligen Kaiser Karl: Ein Ehepaar aus Louisiana hatte während einer Reise durch Österreich einen Enkelsohn Karls I. kennen gelernt, der sie zur Seligsprechungsfeier 2004 in Rom einlud, berichtete "Florida Catholic". Zu Weihnachten 2004 schenkte das Paar seiner Schwägerin Vanessa Lynn O'Neill eine bei der Seligsprechungsfeier verteilte Karl-Medaille und ein Büchlein mit Gebeten zur Anrufung des neuen Seligen.

 

Die Mutter Vanessa O'Neills war mit der krebskranken Frau befreundet. Vanessa O'Neill begann für die unheilbar Erkrankte eine "Novene um Fürbitte des Seligen Kaiser Karl" zu beten, bald schlossen sich weitere Familienmitglieder und Freunde diesem Gebet um Heilung an. Die krebskranke Frau habe diese Gebete zunächst abgelehnt, weil sie irrtümlicherweise der Auffassung war, die Katholiken würden zum seligen Karl beten und nicht zu Gott. Erst als man ihr darlegte, dass das Gebet sich immer nur an Gott richte und Heilige und Selige nur Fürsprecher seien, habe sie mit den Worten eingewilligt: "Jedes Gebet ist hilfreich". Nach einiger Zeit besserte sich der Gesundheitszustand der Frau, bis sie schließlich ganz von ihrem Krebsleiden geheilt war. Die Ärzte konnten keine medizinische Erklärung für diese Heilung abgeben.

 

Der Bischof von Orlando, Thomas Wenski, setzte eine Kommission aus Kirchenjuristen und weiteren Experten ein, die den Fall ab Sommer 2006 prüften, Zeugen hörten und medizinische Expertisen einholten. Nach 16 Monaten eingehender Untersuchung kamen sie zu dem Ergebnis, dass in dem Fall von einer medizinisch nicht erklärbaren, wunderbaren Heilung auf Fürsprache des Seligen Kaiser Karl ausgegangen werden könne. Die gesamten Akten wurden am 31. Jänner diesen Jahres dem römischen Postulator in dem Heiligsprechungsverfahren, Andrea Ambrosi, versiegelt übergeben, der sie seinerseits an die Heiligsprechungskongregation weiterleitete. Wie lange die Prüfung der Akten dauern und welche Schritte die Kongregation in dem Verfahren noch unternehmen wird, lässt sich derzeit nicht sagen. Die Letztentscheidung liegt bei Papst Benedikt XVI.

 

KAP